Sprache und Betroffenheit
Tagung des Forschungsnetzwerks „Sprache und Wissen” · 27.–29. September 2023 · Heidelberg
Wie sprechen wir über das, was uns betrifft?
„Betroffenheit” ist eines der schillerndsten Wörter unserer Zeit: Sie kann Empathie ausdrücken, politische Positionierung markieren, echte Erschütterung meinen – oder als leere Floskel wirken. Ob im Kontext von Diskriminierung, Krankheit, Recht oder gesellschaftlichem Wandel: Immer wieder stellt sich die Frage, wer eigentlich „betroffen” ist, wer sich als betroffen bezeichnen darf und wie Sprache dabei hilft, Betroffenheit auszudrücken, zu inszenieren oder zu instrumentalisieren.
Die Jahrestagung des Forschungsnetzwerks „Sprache und Wissen” widmet sich drei Tage lang genau diesem Spannungsfeld – mit Beiträgen aus Linguistik, Medizin, Recht, Literatur- und Kulturwissenschaft sowie einer Podiumsdiskussion mit Betroffenen selbst.
Drei Tage rund um ein vielschichtiges Wort
🗓 Mittwoch, 27.09. — Auftakt & erste Perspektiven
Nach einem Workshop der Graduiertenplattform eröffnen Ekkehard Felder, Marlen Buß und Wolfgang Imo die Tagung und führen ins Thema ein. Es folgen Vorträge zur historischen Konjunktur des Betroffenheitsbegriffs seit den 1970er Jahren, zu sprachlichen Coping-Strategien bei Diskriminierungserfahrungen und zu Betroffenheiten im Kontext des Genderns. Bei der Postermesse und dem kulturellen Abendprogramm bleibt Raum für Austausch.
🗓 Donnerstag, 28.09. — Von Barockdrama bis Onkologie
Der zweite Tag spannt einen weiten Bogen: von Betroffenheit als sprachlichem Mittel der Herabsetzung über ihre Inszenierung in Dramen des Barock und der Klassik bis zu ihrer Bedeutung im Recht und in der (Psycho-)Onkologie. Höhepunkt des Tages ist die Podiumsdiskussion „Betroffenheit in der Gesellschaft” mit Konstanze Marx, der Familie Neustadt und Andreas Ihrig – moderiert von Marlen Buß. Der Abend klingt beim Empfang des Forschungsnetzwerks in der Akademie aus.
🗓 Freitag, 29.09. — Medizin, Gender und Praxis
Zum Abschluss geht es um mehrsprachige medizinische Kommunikation, um die Unterscheidung „echter” und „instrumentalisierter” Betroffenheit im Sprache-und-Gender-Diskurs sowie um einen Praxisbericht der Beratungsstelle PLUS. Die Tagung endet mit einer gemeinsamen Diskussion der Ergebnisse und einem Ausblick auf die SuW-Tagung 2024.
Warum teilnehmen?
- Interdisziplinärer Blick auf ein gesellschaftlich hochrelevantes Thema
- Vorträge und Podiumsdiskussion mit renommierten Forscher:innen und Betroffenen
- Praxisnähe durch Beiträge aus Medizin, Recht und Beratungsarbeit
- Austauschformate wie Postermesse, Empfang und kulturelles Abendprogramm
📍 Veranstaltungsort: Akademie der Wissenschaften, Karlstraße 4, 69117 Heidelberg 👥 Veranstalter:innen: Marlen Buß, Ekkehard Felder, Wolfgang Imo
Wir freuen uns auf drei Tage voller Vorträge und Gespräche darüber, wie Sprache Betroffenheit sichtbar macht – und wie wir verantwortungsvoll darüber sprechen können.